Einmal Florida und zurück

Wir haben JA gesagt, als niemand anders sich getraut hat.


Wir durften die ersten sein. Die ersten in einem Austausch-Programm, welches es bis dato noch nicht gegeben hat.

Erst hieß es ja zum Abenteuer, dann JA zum gemeinsamen Leben.

Unsere Hochzeit war eine riesige Abschiedsparty mit Family & all unseren 110 liebsten Menschen.


Doch bevor es hiess Abschied nehmen, hiess es erstmal Anträge ausfüllen.

Anträge abgelehnt erneut ausfüllen und das Kreuz woanders setzen und abwarten, ob der Antrag diesmal genehmigt werden würde.


Es standen uns im Bürokratie-Dschungel jede Menge „DAS GEHT NICHT“ im Weg.

Unser MOTTO: Geht nicht, gibt es nicht!

Also mussten wir die Hindernisse aus dem Weg räumen, neue Wege entdecken, kämpfen und wieder einen Antrag stellen.


Als das endlich geschafft war, wurde unser komplettes MATERIELLES LEBEN in Kartons verpackt (300 Packstücke waren es) und in einem Überseecontainer verfrachtet.

Als der Lastwagen mit all unserem Hab und Gut abfuhr, war das ein absolut komisches Gefühl.

Wir zwei alten Seebären wussten beide, dass auf den Weltmeeren jede Menge „herrenloser“ Container umherschwimmen, die von irgendeinem Containerschiff bei Sturm außenbords gegangen sind.

Bye Bye materielles Leben.

Zum Glück sollten wir uns 8 Wochen später wieder sehen.


Bis dahin hiess es: ALLEIN SEIN


Viele viele schlaflose Nächte (wegen der Zeitumstellung und nächtlichen Telefonaten mit Germany wegen irgendwelcher Anträge), viel Widerstand und Aufregung aber auch jeder Menge Unterstützung von amerikanischer Seite war dann alles gut.


OHNE Family, OHNE Freunde, OHNE gewohntes Umfeld in einem komplett leeren Haus in Amerika (da unsere Sachen alle irgendwo auf dem Meer waren).

Das war alles andere als EASY PEASY.

Tony (mein Partner in Crime) war von Tag 1 arbeiten und ich - allein.

Nachdem er von einem 12-16 Stunden Tag nach Hause gekommen war, wollte ich gern etwas unternehmen, da ich den ganzen Tag nichts erlebt hatte.

Er wollte aber lieber seinen Feierabend geniessen als, mit mir Bummeln zu fahren.

Wir fanden einen gemeinsame Weg: Er wurde meine beste Freundin die mit mir Shoppen geht und mit der man sich zum Lunch trifft.

Dafür wurde ich sein bester Kumpel zum Bier trinken und Scrubs gucken.


Alle sprechen englisch ÜBERALL -> ja, ich hatte englisch in der Schule und kannte englisch bis dato auch von den Seefahrten und vom Reisen.

ABER: es ist etwas anderes, ob man Mal englisch spricht, oder jeden Tag den ganzen Tag. Ob beim Einkaufen, Schule, Arbeit, Freunde…IMMER nur englisch!

Aufgeben zählt nicht, also hiess es unter Menschen gehen und ich musste mich Sprachmuffel meinen Ängsten stellen.


Das hat bei ein paar Monate gedauert bis ich mich komplett mit allen Worten und in meiner Geschwindigkeit unterhalten konnte.

Ohne zu merken haben wir auch zu Hause fast nur noch englisch gesprochen, da unser ganzer Tag auf englisch war. Arbeit & Alltag - sogar die Träume sind (wirklich wahr) dann in English.

Als wir Besuch von meinem Papa hatten, fragte er, ob wir bitte deutsch miteinander reden können?! Da wurde uns bewusst, dass wir angekommen sind. Unbewusst haben wir miteinander nur noch englisch geredet.

Heute bin ich stolz akzentfrei american-englisch sprechen zu können, aber das war nicht einfach :-)

Nächstes Abenteuer Rhode Island 2022

Diesmal mit zwei Kindern und unserer Katze Mellie.

Uns erwarten die Einschulung unseres goßen Sohnes und der Kindergarten für den Kleinen.





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